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Niki Lauda und der Flug zu den Israelis

In den 80ern (das genaue Datum nenne ich aus Sicherheitsgründen nicht) traf sich die Führungsspitze des israelischen Geheimdienstes in Europa auf der Insel Korfu, am Wohnort von Shlomo Ludwig. Ludwig, der Ziehvater meiner so genannten Schwiegermutter war einige Jahre zuvor aus Berlin nach Korfu abgetaucht, offiziell verstorben. Er wird gewusst haben wieso.

Ich begleite meine Ziehmutter zusammen mit der Stiefschwester. Wir nahmen eine Maschine der Lauda-Air, Startflughafen Salzburg. Niki Lauda war an diesem Tag im Cockpit, es gab gutes Essen und ich durfte kurz das Cockpit sehen. Lauda war über den Sinn des israelischen Treffens im Bilde und nahm das Risiko eines solchen Transports auf sich.

Nachdem wir auf Korfu, am abenteuerlichsten Flughafen der Welt, gelandet waren trafen wir den damaligen Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer senior. Lauda hatte Haslauer über die bevorstehenden Verhandlungen, es sollte um die Fortsetzung des israelischen Terrors gegen Korea, um Verseuchungen und den Angriff auf Atomkraftwerke gehen, informiert und ihn nach Korfu bestellt.

Wie Lauda an diese Informationen gekommen ist weiß ich nicht. Der mutige Haslauer, er war aus Angst ein wenig betrunken, nutzte die Chance am Flughafen und versuchte auf die israelische Geheimdienstleiterin Einfluss zu nehmen. „Denken’s doch noch einmal nach über Ihre Entschlüsse“ hörte ich ihn sagen. Traurig sah er mich aus seinen intelligenten Augen an, ein Kind das keine Ahnung hatte.

Ob es etwas genützt hat weiß ich nicht. Laudas Engagement gegen den israelischen Terrorismus hat ihm bitter geschadet. Einige Jahre später stürzte eine seiner Maschinen vollbesetzt ab, sie war wohl von den Israelis abgeschossen worden um einen Giftanschlag mit Massentötung zu verschleiern. Technische Defekte kann man ausschließen. Aufgeben wollte Lauda nicht.

Wilfried Haslauer hat sein Leben lang gegen die atomare Verseuchung gekämpft und sich dafür furchtbar demütigen lassen. Er wurde 1992 wohl ermordet.

„Es kommt darauf an, dass man alles versucht“ hat Thomas Bernhard einmal geschrieben.

(Foto McLaren twm1340, Foto Lauda AngMoKio, Foto Haslauer Wolfgang Wögerer, Wien, Lizenz)

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