Ideologie

Noch einmal Ein Tirol

Nachdem es jetzt heraußen ist dass mein Großvater Hias mehr oder weniger im Alleingang die Anschläge von „Ein Tirol“ begangen hat (von der Zeit davor schweige ich) müssen noch ein paar Mythen ausgeräumt werden. Hias war nicht der Mann sich dreinreden zu lassen. In einigen Publikationen sind Mythen über Mittäter verbreitet worden und die sind falsch.

Es stimmt dass Hias in den 50er- und 60er-Jahren dem Südtiroler Widerstand logistische und militärische Hilfe geleistet hat. Die Leute vom „Befreiungsausschuss Südtirol“ wären kaum in der Lage gewesen die italienische Abwehr zu überwinden, Sprengstoff unauffällig zu transportieren und sie wussten auch nicht viel über den Sinn von Terroranschlägen.

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Wenn Hias aber die Federführung übernahm (und das war bei den schweren Anschlägen der Fall) machte er fast alles allein. Auch später noch als er 70 war und offiziell tot. Das war er aus seiner Zeit als Spezialsoldat der Wehrmacht gewohnt, im Schneeloch in Norwegen, von den Attentaten in Dänemark und von den bitter blutigen Einsätzen in Italien.

So brutale Sachen machen Täter allein. Später hat man behauptet, „deutsche Neonazis“ wie der Politkasper und gefährliche Provokateur Herbert Hegewald, der Berufsverbrecher Udo Albrecht und andere hätten die Taten mit organisiert. Solche Geschichten sind frei erfunden. Sie gehen wohl darauf zurück, dass man Leuten wie dem unschuldigen Karl Außerer die Anschläge nicht so recht zutraute und es Geld für die den Italienern schmeckenden Falschinformationen gab.

Hias war ein Kind seiner Zeit. Er hat in seinem Leben kaum etwas anderes als Gewalt kennen gelernt. Glücklich war er sicher nicht oft. Lieber war ihm eine Zigarette. Ununterbrochen „wuzelte“ er seine Tschick und wehrte sich gegen alles was ihn von seinen Plänen abbringen hätte können. Meine Verwandten, zum Beispiel mein Onkel Sepp haben mir erzählt was er macht und dass er sich versteckt.

Wenn ich mit ihm im Raum saß sagte er Sätze wie „du bist besser ruhig“, saß zusammengesunken am Tisch und rauchte, trank sein Bier. Immer grinste er. Mit seinen Verwandten war er zerstritten, wurde enterbt und verehrte vor seinem offiziellen Tod seine Kohle noch einer wenig angesehenen Dame.

Über seine „Aktionen“ sprachen wir nie. Ein war ein Kämpfer für Südtirol und ein deutscher Soldat zugleich. Was er mit seinen Taten wirklich erreichen wollte wissen wir bis heute nicht genau.

Ein Tirol

Die Logistik des so genannten Südtirol-Terrorismus

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