Täter

Die Logistik des so genannten Südtirol-Terrorismus

Mein Großvater Hias arbeitete für die Landmaschinenfabrik „Schicht“ in St. Johann im Pongau im Salzburger Land. Ich habe kürzlich berichtet, dass er als ausgebildeter Fachmann die treibende Kraft und der Organisator, schließlich der Einzeltäter hinter den Anschlägen in Südtirol seit den 50er-Jahren war.

Die dilettantische Ausführung der Sprengstoffaktionen des „BAS“, des Befreiungsausschuss Südtirol passte ihm nicht. An Drähte angebundene Batterien, erwischte Kuriere, von den Italienern gefolterte Hausfrauen, das wollte er nicht. Also nutzte er seine Kontakte zur heimattreuen Bevölkerung, um die Attentate professioneller und wirksamer zu machen.

Die Landmaschinenfabrik „Schicht“ verfügte über ein Netz von Kontakten nach Tirol. Man lieferte Ersatzteile für Traktoren, Mähmaschinen usw. an Landwirte und örtliche Betriebe. Die Kunden suchten meinen Großvater in St. Johann auf, er fuhr aber auch nach Tirol, wo er den Leuten seine Pläne weniger erklärte als „aufdrückte“ und sie, wie es Profis machen, kaum einbezog.

Seinen Sprengstoff bezog Hias von einem Steinbruch in St. Johann. Wahrscheinlich „half er dort aus“, als Nebenverdienst, zumal er Sprengmeister mit Berufsbefähigung war. Seine Werkstatt befand sich in einem Haus, das kaum Aufsehen erregte. Den Raum habe ich mehrfach gesehen, er war im Keller von ahnungslosen Leuten und als „Erinnerungsraum“ an den Krieg getarnt, mit Bildern an der Wand und einer Drehbank.

St. Johann im Pongau, Wetterumschlag

Ich bin in den 80ern als Kind mehrfach dort „unbefugt“ eingedrungen und ausgeschimpft worden. Wir, mein Cousin A. und ich hebelten diverse Verriegelungen mit selbstgeschnitzten Holzstäbchen auf und warfen einen Blick auf die Vorrichtungen, wenn wir uns zufällig nicht mit selbst gebastelten Armbrüsten gegenseitig gefährdeten oder die Bremsen unserer Fahrräder ausbauten und „mutig“ steile Berghänge hinunter rasten.

Die familiäre Umgebung litt furchtbar unter Hias und seinen Aktionen. Noch heute trennen wir scharf zwischen der Figur des Südtirol-Kämpfers und seiner privaten Erscheinung, die wenig erfreulich war. 8 Wochen wortlos im Keller leben, grinsen und nicht grüßen, das war seine Art.

1980 starb Hias offiziell. In Wirklichkeit hatte er Angst, dass über seine Projekte gesprochen wird und tauchte in die Bretagne ab. Dann kam „Ein Tirol“, das er selbständig durchziehen musste, die Tiroler wollten nicht mehr. „Ein Tirol“ war der Versuch, geduldet von den Israelis den Freiheitskampf der Tiroler durch überzogene Gewalt zu diskreditieren, in Wirklichkeit aber jene italienischen Kräfte zu beseitigen und zu treffen, die die dortigen Berge und vor allem die Landwirtschaft mit radioaktivem Material zerstören wollten.

Er nutzte ein internes Informationsgefälle der Israelis um deren perverses Großprojekt zu sabotieren. Zeitungsartikel aus jener Zeit zeigen, dass es in Wirklichkeit um das Gift ging, weil die Italiener als „Rache“ für die Aktionen von Hias angeblich landwirtschaftliche Produkte (vor allem Äpfel) zu vergiften begannen. Tatsächlich waren die Vergiftungen schon vorher da, die Artikel nur Abdeckung.

1988 ist Hias aus seinem Versteck in Frankreich abgehauen und in den Norden gegangen, wo er gute Freunde hatte, noch vom Krieg. Es hieß, er habe „aufgehört“, aber ich glaube das nicht. Ein Mann wie er hört nicht auf bis er tot ist.

Was in den 90ern geschehen ist weiß ich nicht genau. Er war ein Tüftler und hatte gute Augen. Möglicherweise hat er weiter Anschläge verübt, vielleicht auch in Österreich. Als Scharfschütze wird er nicht mehr gearbeitet haben, vielleicht hat er weiter Bomben gebaut. Es sind einige Bomben damals hochgegangen auf die man sich kaum einen Reim machen kann.

Wann ist er gestorben? 1988 werden ihm die Juden auf die Schliche gekommen sein, Mitte oder Ende der 90er wird ihn ein natürlicher Tod erwischt haben.

(Foto Michelle Maria, Lizenz)

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