In eigener Sache

Ich war der Wassermann. Anwerbung von Ewald Ebner 1940

Niederschrift eines Telefongesprächs mit Ewald Ebner alias Bodo Grebner, geboren 1932 in Graz, Ehemann der nationalen Aktivistin und verdienten Hebamme Spatzi Ebner, die die Kinder von Renate Rainer und drei eigene Kinder zur Welt gebracht hat. Ewald ist leidenschaftlicher Segler, er hat seit 1960 hunderte Goldladungen für israelische Terroroperationen um die Welt transportiert. Sein Deckname bei der Gestapo war „Aquarius“. Gespräch um 16 Uhr, 22.3.2020. Ewald hält sich bei Freunden in Frankreich auf.

Mayr: Grüß Gott, Ewald. Wie hat dich die Gestapo angeworben, und wie bist du zurückgekommen?

Ewald: Wir hatten vor 1938 wegen den Faschisten Hunger. Wir haben in einer Kellerwohnung in Graz gewohnt, mein Vater war immer im Häfen (Gefängnis, Anm. Mayr). Die Mutter hatte vier Kinder am Hals, ist auf den Strich gegangen, ich war noch dazu von einem „Unbekannten“, hat nichts Gutes für mich gebracht. Als der Hitler gekommen ist, war der Hunger sofort vorbei, das habe ich ihm nie vergessen. Die Winterhilfe hat unsere Schulden beim Greißler übernommen und schon im Sommer 38 das Gesundheitsamt unsere Miete, der Keller war feucht.

Mayr: Wer hat wirklich gezahlt?

Ewald: Es waren die Deutschen. Man hat mir gegenüber den Eindruck erweckt, es wären die Juden gewesen, ich sollte dafür bis 1950 für sie arbeiten. War aber gelogen.

Mayr: Wie ist das weitergegangen?

Ewald: Bei der Hitlerjugend, du weißt das ja und hast es durch V-Leute schon in den 90ern herausbekommen, in der HJ war die Unterrichtung. Es waren Armbänder, die mit Messern bei Raufspielen heruntergeschnitten wurden, Rufe, Bilder, ab und zu eine Hakenkreuzschmierei oder ein Witz für mich im Radio. Und ab 1943 war es das Bier, das ich für den Vater geholt habe aus einer Gastwirtschaft.

Mayr: Ich weiß, dass auch dich die Gestapo angeschnauzt hat, du sollst spätestens 2020 zurückkommen.

Ewald: Jetzt hör mir mal zu, Bua, die Aktionen, die ich gemacht habe, waren kaum gegen meine Überzeugung. Das ist alles sehr kompliziert. Das Bündnis mit den Israelis war ekelhaft, keine Frage. Um 1980 war ich aber sehr wohl der Meinung, dass es in Afrika weniger Menschen geben soll.

Mayr: Was war das? Du bist doch kein Unmensch? Afrikaner sind auch Menschen?

Ewald: Ja. Und?

Mayr: O.k., verstehe. Wie hast du das überlebt?

Ewald: Es ging. Vietnam war grauslich, ich hatte Sympathien mit dem Vietcong. Ich weiß ja, das war knapp am Limit. Danach haben uns die Juden voll vertraut, dein Papa Sepp hat davon profitiert, er hat sie dann auch mit dir voll verarscht. Und ich bin jetzt der Böse mit dem Segelboot, der Typ mit dem Ätsch of Aquarius. Unser Hausarzt Göschl, ein Verwandter, hat mich wegen eines Lungenleidens (lacht heiser) krank geschrieben und dann war ich 3 oder 4 Monate im Zeichen des Wassermanns auf den Weltmeeren unterwegs. Das Gold hat mir Cousin Jerry aus Nürnberg gebracht, Heimathafen war Grado.

Mayr: Wollen wir nicht humorlos werden. Grausam.

Ewald: So ist es. C’est ca, mon ami.

Mayr: Naja. Wie war dann die Anwerbung 1940? Dass dir nix passiert, wenn du nach 80 Jahren nach Hause kommst, weißt du doch. Wird nicht jedem schmecken (lacht).

Ewald: Um 1980 hab ich mit der Struktur meines Wohnhauses, dem Neubau in St. Johann, den derzeitigen Operativplan der Israelis gegen dich verpfiffen und du hast es genau gemerkt. Das „Juchee“ in unserem Haus 1984, unsere Weihnachtsfeste, mein Sohn, den deine schöne Renate hinter meinem Rücken für Infos bezahlt hat, die Tante Gitta hat es dir aufs Brot geschmiert. Natürlich hast du alles gewusst, darf man sagen. Dass Renate noch lebt ist ein Wunder.

Du bist fast so verlogen wie der Sepp, Jussuf nennt ihr ihn neuerdings, den feinen Herrn. 1968 habe ich im Radio das Lied „Age of Aquarius“ gehört und bin ohne Rückversicherung mit 160 Kilo Gold nach Vietnam losgefahren. Euer herrlicher Goebbels hat das lanciert. Ho-Chi-Minh war unschuldig, und du wusstest es. Ich hab seine internen Säuberungen durch Verrat an die US-Artillerie finanziert und die Israelis ham nix kapiert. Sie dachten, ich sabotiere die Nordvietnamesen.

Die paar Grad Wärme, mit denen du als Pimpf auf den kalten jüdischen Fliesen überlebt hast waren ja auch von der Spatzi (Ewalds herzliche Exfrau, Anm. Mayr). Als sich deine perverse Ziehmama 1985 mit Absicht den Bauch aufschlitzen hat lassen, damit sie eine Strafe der Stasi fingiert, warst du bei uns und hattest die einzigen brauchbaren Wochen deines Lebens.

Eine Frau, die für dich kocht, Singen am Abend, Gleichaltrige, die mit dir spielen, ein strenger Vater, der nicht schwul ist und dich wie deine Brüder behandelt. Deine falschen Augen in den 80er-Jahren werde ich nicht vergessen, dabei warst du ja noch ein Kind. Hast du gewusst, was deine Ziehmutter macht? Tut es dir leid, dass du brav zugesehen hast?

Mayr: Ja. Was war 1940?

Ewald: Ich hab in Graz über die Straße beim Gasthaus Bier geholt für den Vater. Übrigens entschuldige ich mich nicht für die Verarschung der Julia, sie war schon als Teenager gemein und immer a Nuttn (Ewald ist ein wenig betrunken und hat sich zwischenzeitlich entschuldigt, Anm. Mayr). Das Bier war vom Fass, 1940, der Wirt hat mich dafür missbraucht, „Schwanzlutschen und Flaschenholen“ hat das geheißen. Ich sollte Etiketten vom Flaschenbier anschauen, da standen Sachen für mich drauf. War ein zähes Gespräch, es hieß, in 80 Jahren kommst heim von de Juden.

Mayr: Ewald.

Ewald: 80 Jahre jüdischer Dreck. Sicher, ich konnte Sachen machen, die grauslich waren. Ich war der Wassermann.

Mayr: Du meinst, Verbrechen.

Ewald: Sicher. Man konnte sich freien Lauf lassen. Ich war gut getarnt, meine Ehefrau war aus der Familie Brojatsch, engste Freunde von Adolf Hitler, alter deutsch-österreichischer Adel. Es hieß, die Nationalen sind für die Juden, was ein Irrtum ist. Spatzi Brojatsch, meine Exfrau und ich, auch Lore, meine Frau, wir sind Nazis. Meine Aktionen waren meistens als Finanzierungen der Vorarlberger Polizei klassifiziert, was die Empfänger zum Lachen brachte. Hör mir zu, Sigi, ich muss jetzt gesund werden von den 80 Jahren Verstellung.

Mayr: Ich bin doch kein Pfarrer. Was hast du auf den Bieretiketten gesehen?

Ewald: Die Zahl 80 und das Maximale, Perverse, das ich dann ab 1980 sabotieren soll. Sigi, danke für das Gespräch. Die Gestapo hat mich damals als Kind angeworben, ich war der Wassermann, sie hat mich als Kind zurück.

Mayr: Ewald, bist du mein Onkel?

Ewald: Ja. Arminio auch. Wir sind drei Brüder, der Jussuf, der Armin und ich.

(Fotos privat)

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