Gesichter des Todes

Modell eines israelischen Mordplans gegen Van der Bellen

Dieser Artikel ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet! Er behandelt nur exemplarische Vorgänge.

Angesichts der abstrusen Corona-Situation tut ein wenig kriminalistische Theorie gut. Wir werden Ihnen heute daher einen fiktiven israelischen Mordplan gegen den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen präsentieren, den wir zu Demonstrationszwecken selbst improvisiert haben. So ein Mord wird nie geschehen, schon weil die Israelis gar kein Motiv haben, diesen leise tretenden Demokraten zu töten.

Wir zeigen dem Leser bloß, wie man sowas macht. Er kann daran nachvollziehen, wie solche Verbrechen entworfen, organisiert und ausgeführt werden, von der Idee über die Netzwerk- und Ablaufplanung bis hin zu Finanzierung und politischer Folgenabschätzung.

Oben sehen Sie einen fiktiven Notizzettel des Verbrecherhirns, nennen wir ihn Mabuse. Mabuse beherrscht eine literarische Technik, die es ihm erlaubt, systematisch interagierende Subtexte in eine scheinbar banale sprachliche Gestaltung zu integrieren. Der Terrorist spielt mit Beziehungen zwischen extrem reduzierten Repräsentationen sprachlicher Genres und produziert zunächst einen Text, der gleichzeitig einfach, erzählend und extrem verzahnt sein muss, damit er für die Verbrechensplanung benutzt werden kann.

Man sieht sieben Sprüche, jeder für einen Wochentag. Die Sprüche sollen zur Tarnung Tageslosungen für einen Jagdverein (einen so genannten Hegering) sein. Der Jagdverein ist die Basis der Tat, sein Tätermilieu, wobei seine Mitglieder jeweils nichts von der Rolle der anderen wissen, ja nicht einmal, dass der konservativ auftretende Hegering das Tätermilieu ist. Van der Bellen soll in Wien mit einer Pistole erschossen werden.

„a tempto“ ist Rotwelsch und heißt „versucht, ihn zu töten“, die Stellung zu Beginn des Wochenablaufs deutet auf die Täterspezifikation hin, aber auch auf die Rolle des ersten Mannes im Staat. Der Spruch ist zugleich ein verdecktes Zitat aus dem Film „Jud Süß“ und zeigt die israelische Täterschaft. „Lateinisch“ ist Rotwelsch und heißt, dass Informationen an die Täter über nicht explizit unterrichtete Prostituierte erfolgen, die mit Sexualhandlungen kommunizieren („wast E m Fick E Zimt“).

Die folgenden zwei Losungen sind jeweils zu ergänzen, der verdeckte Teil des Spruchs bzw. seine Übersetzung weisen auf die unterstützenden Täter im Hegering hin (ein „Willi“, der die Tatwaffe „Parabellum“ beschafft, und ein Mitarbeiter der Bundesbahn („Bon Jovi“, Rotwelsch „das Vieh von der Bahn ist zu verschweigen“). Die zwei Sprüche sind strukturell ähnlich und deuten das Unterstützernetzwerk (Chiffre „2“) an. „siff Iss Pa Cem“ enthält die Anweisung, die Geldwäsche als türkische Operation zu verschleiern.

„Willi“ beschafft die Waffe, der Eisenbahner bringt sie zum ausführenden Täter. Spruch vier zeigt die Finanzierung (Chiffre „per“). Das Gold soll aus Hamburg kommen, die beiden Zutragstäter vom Hegering sollen ihre Wohnungstüren eine Woche lang nicht verschließen („üb er Tor nen zu“), und bei fingierten Einbrüchen wird in den Wohnungen Gold hinterlegt. „Woche“ ist Rotwelsch und bedeutet Geldwäsche.

Spruch fünf bezeichnet den Tatort. Es ist die Sterngasse in Wien, wo der Bundespräsident hingelockt werden soll. Der Umstand, dass der Tatort nicht im einschlägigen Spruch zu finden ist, korrespondiert mit der Anweisung, alles als rechtsradikalen Terroranschlag hinzustellen. Mabuse selbst (er ist korpulent und nennt sich „rund“) will per Jet in Wien erscheinen, was zu verschweigen ist.

Spruch sechs ist ebenfalls zu ergänzen (um bekannte Eigennamen) und bezeichnet den ausführenden Täter, einen jungen drogensüchtigen Stricher aus Wien, der bloß mit Hoffnungen und Visionen von Ruhm und Ehre, ohne Geldfluss, gefügig gemacht werden soll. Er erhält die Waffe kurz vor der Tat an einem Brathühnchenstand in der Innenstadt, der Zeitpunkt der Übergabe wird eine Woche zuvor durch den Kauf eines Brathühnchens an einem vereinbarten Ort bekannt gegeben. Der Stricher selbst soll in Wien als Erkennungszeichen eine große Menge Pommes (Fritt rich) kaufen.

Im letzten Spruch wird der politische Impact und die Legendierung entwickelt. „arm ORF A die“ bedeutet, es soll alles so aussehen, als ob aus Hass auf den österreichischen Staat gehandelt worden wäre; als Täterumfeld soll der Arbeitskreis NSU erscheinen, der die Wiener Politik als giftmischenden Judenklüngel identifiziert und ins Fadenkreuz genommen hätte („dimm Acht Tess schick Salz“).

Mit überschaubarem Aufwand wäre Österreich zutiefst getroffen und der politische Gegner schwer beschädigt; das Verbrechen ist nicht aufzuklären, im besten Fall erwischt man einen scheinbaren rechtsradikalen Einzeltäter, der kaum überlebt.

(Graphik Arbeitskreis NSU, Mitarbeit und Idee Franz Innerhofer und Arminio Rothstein)

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